Kennt ihr das Gefühl, wenn du in einem rollenden Zug sitzt, es ist bereits Nacht, der Blick nach draussen verrät dir nicht mehr wirklich wo du dich befindest… irgendwo auf deinem Weg von A nach B.
Du überlegst dir, ob du dich eigentlich freust auf dem Weg zu sein. Kommst du zu dem Schluss, dass du lieber noch dort geblieben warst woher du kommst, dann hast du Pech, schliesslich ist es nicht unbedingt anzuraten mal eben aus dem fahrenden Zug zu springen und den nächsten in die Gegenrichtung abzupassen.
Freust du dich aber darüber bald an deinem Zielort anzukommen, dann fragst du dich, warum du so lange darauf gewartet hast dahin zu kommen…
Und während du weiter in die dunkle Nacht hinausblickst, dich fragst welches Licht wohl von einer Strassenlaterne herrührt und welches von einem bewohnten Haus, verflüchtigen sich deine Gedanken, flehen dich leise an, das Denken doch einfach mal sein zu lassen.

Warum nachdenken? Du bist doch hier, genau jetzt, genau in diesem Moment, an genau diesem Ort in diesem Zug. Du hast davor die Entscheidung getroffen einzusteigen und du wirst später an diesem Tag die Entscheidung treffen auszusteigen. Zu getroffenen Entscheidungen sollte man stehen, sie nicht schon anzweifeln, bevor man wirklich gesehen hat wohin sie einem nun führen.

Memo an mich:
Besser keine späten Routen mehr buchen!

Es ist echt blöd, wenn der zweite Zug schon mit 35 Minuten Verspätung ankommt, der Schaffner erwähnt, dass man seit der Abfahrt schon wieder 15 Minuten zusätzliche Verspätung eingefahren hat und dass er mit nochmals 50-60 Minuten zusätzlicher Verspätung rechnet, und das nicht bis zum Endbahnhof, sondern in etwa bis zur Mitte der Fahrt…
Es ist noch immer blöd, wenn man dann aufgefordert wird den Zug zu wechseln, und in diesem dann feststellen muss, dass man zwar an den gewünschten Zwischenbahnhof gelangt aber 90 Minuten später als geplant…
es ist zwar beruhigend zu wissen, dass man von dort doch noch einen Zug erwischen sollte, der einem nach Zürich bringt…
jedoch ist es dann doch wieder sehr blöd zu wissen, dass um 01:34 Uhr in Zürich ganz bestimmt kein Zug mehr in Richtung Wohnort fährt… um die Uhrzeit fährt gar nichts mehr unter der Woche…
Die nächsten Züge fahren dann wieder um 5 oder 05:30 Uhr – irgendwo da rum…

Na dann sag ich nur allen Reisenden mehr Glück!

Gute Nacht und bis Morgen, hoffentlich dann von zu Hause aus.

Ben auf Reisen

Teil 3

Posted: Januar 27, 2012 in Uncategorized

Sie war total schockiert warum ich denn so gut aus dem Bett kam, und warum ich nach 3 Schritten nicht schon todmüde war… eigentlich hatte sie gedacht dass ich mich kurz auf die Füsse stellen würde und mich dann wieder hinlege… aber das ging mir doch alles viel zu langsam… und so fragte sie mich dann bloss, ob wir das zusammen hinüber zum Waschbecken schaffen würden… natürlich haben wir das geschafft… oder besser sie ging einfach brav hinter mir her, weil sie mir ja noch immer nicht wirklich zutraute nicht plötzlich wegzusacken… Ich bekam dann immer noch ganz erstaunt einen Stuhl dahin gestellt und wurde mit noch grösseren Augen betrachtet, als ich begann mich so gut es eben ging zu waschen… ein Großteil durfte ja noch nicht mit Wasser in Berührung kommen und meine Arme konnten sich ja auch nur zu einem gewissen Grad bewegen.. aber den nutzte ich dafür umso mehr aus.
Die Schwester war mehr als zufrieden und verschwand dann auch wieder.
In den nächsten drei Tagen wollten sie mir zeigen wie ich mein T-Shirt wieder anziehen konnte… natürlich hab ich das hinbekommen, und ich konnte es auch wieder ausziehen, auch wenn es zugegeben eine Weile gedauert hat… das blöde war nur, dass diese Bewegung eindeutig zuviel war für die Drainagen die noch immer an mir hingen… mit den Bewegungen riss ich die Wunden rundherum immer schön wieder auf und somit war jedes der Shirts anschliessend total blutverschmiert – echt unpraktisch – gerade weil zwei davon weiss waren…

Teil 2

Posted: Januar 26, 2012 in Uncategorized

Irgendwann am späten Abend, bekam ich noch was zu essen angeboten und nach der allabendlichen Spritze ins Bein war damit der Operationstag auch schon vorbei.
Der Morgen des dritten Krankenhaustages kam und mit ihm mein erstes Frühstück. Aber so einfach war das gar nicht mit den komischen Schläuchen in den Armen und dem ungewohnten sitzen im Bett, was ja dann rotz allem nicht wirklich aufrecht war… so zu frühstücken, wenn du noch nicht mal wirklich die Arme ausstrecken kannst… echt umständlich… ich glaube ich hab noch nie solange an einem Frühstück gesessen… aber ich sollte noch herausfinden, dass das Essen hier immer länger dauerte.
An diesem ersten Tag danach – bekam ich immer mal wieder Besuch von Schwestern und vom Arzt der einen gyn. Abteilung – die plastische Abteilung liess aber auf sich warten – und das sollte sich auf für den Rest meines Aufenthaltes dort weiter so durchziehen.
Irgendwann am Morgen wurde mir dann ganz langsam gezeigt wie ich denn aufstehen sollte und wie ich dann mit dem lustigen und so unglaublich trendigen Krankenhausständer für Infusions-Beutel herumlaufen kann. Die Schwester war ja davon überzeugt, dass zwei oder drei Schritte genug sind…

tbc

Die letzten 10 Tage… Teil 1

Posted: Januar 14, 2012 in Uncategorized

Trommelwirbel – die OP hat tatsächlich stattgefunden – das ist doch schon mal ein Highlight nicht wahr?
Am Mittwochmorgen bin ich um kurz vor 6 Uhr aufgestanden, seit Mitternacht war es mir weder erlaubt was zu essen noch zu trinken, und so tat ich also eigentlich nichts an diesem Morgen ausser zu duschen… einerseits möglichst ausgiebig, da ich ja vorerst nicht mehr duschen darf und gleichzeitig möglichst vorsichtig so dass die Markierungen auf meiner Haut die am Vortag noch gezeichnet wurden nicht verschwinden würden.
Auf dem Weg zur Dusche wurde ich schon ganz überrascht angesprochen ob ich denn selber aufgestanden wäre – man hätte mich gleicht geweckt… aha… nun ja ich nickte bloss und trottete in die Dusche.
Wieder zurück im Zimmer konnte ich nur warten, überlegte mir noch einmal, ob ich noch was vorbereiten konnte für die Zeit danach, doch mir fiel auch nichts mehr ein. 
10 Minuten später kam die erste Schwester ins Zimmer mit einer Tablette und einem Glas mit genau einem Schluck Wasser. Na super dachte ich mir… gerade ich, der doch keine Tabletten schlucken kann… doch wie durch ein Wunder konnte ich die halbierte Tablette mit dem wenigen Wasser herunterwürgen…
Das Licht wurde wieder ausgeschaltet und ich sollte bitte wieder einschlafen…(dabei war ich doch gerade erst aufgestanden…)

Alles was danach passierte ist ziemlich schummrig in meinem Gedächtnis, ich erinnere mich an den Weg bis zum Fahrstuhl, die Ankunft im Operationssaal, das kalte Gefühl. Die weiteren Vorbereitungen und an Erklärungen die schon nicht mehr wirklich bei mir ankamen.
Später fand ich mich im Aufwach-Raum wieder, driftete immer mal hin und dann wieder weg. Besonders toll fand ich die Unterhaltung der Schwestern und dann per Telefon mit der Schwester der anderen Station. Sie redeten über mich und darüber, was sie wohl schon alles mit mir probiert hatten – ich erfuhr also, dass sie wohl versucht hatten mir Wasser zukommen zu lassen, aber dass ich das wohl nicht gewollt hatte, oder schlichtweg nicht in der Lage gewesen war das zu trinken… für mich nicht wirklich überraschen, bekam ich es doch nicht mal hin meine Augenlider auch nur eine halbe Minute am Stück offen zu lassen…
Irgendwann wurde ich dann abgeholt und wieder auf die normale Station zurückgebracht, mir wurde erklärt, dass ich per Knopfdruck direkten Zugang zu Morphium hätte und das auch ruhig benutzen könnte, falls ich Schmerzen hätte.
Aha… den Schwestern gefiel es so gar nicht, dass ich diese Möglichkeit benutzte und nach 10 malignem fragen erklärten sie mir  einfach nochmals wie es funktionierte und fanden dann “Und jetzt probieren wir das mal aus damit wir wissen, dass es auch wirklich funktioniert” und mit den Worten drückte eine der Schwestern den Knopf. Ausser einem kurzen fast hydraulischen Laut war nichts mehr zu hören. Die Schwester jedoch nickte zufrieden und verschwand…
Ich kann nur sagen – ich hab noch nie solche seltsame Sachen geträumt, wie an diesem Abend. Alle paar Sekunden driftete ich in ein Dösen und wachte jedes Mal total erschrocken über die Bilder die ich dort sah wieder auf, nur um mir vorzunehmen diesmal wach zu bleiben und den Kampf aber 5 Sekunden später schon wieder zu verlieren…
Nun… es war der erste und einzige Shot an Morphium den ich mir zukommen lies während meines Aufenthaltes.

Der Schlachtplan von Morgen

Posted: Januar 3, 2012 in Uncategorized

… zzzhhh ich dachte ja echt noch was soll ich denn den ganzen Tag hier, die können ja wohl nicht so viele Tests mit mir machen…. wie man sich doch täuschen kann, die pieksen und pieksen und pieksen und dann nochmal von vorne und dann noch der ganze Rest… und alle 10 Minuten klopft wer an der Tür und will nochmal was…

Morgen heisst es jetzt um 6 Uhr aufstehen, um 6:30 Uhr diese blöde Tablette schlucken und dann warten die Schwester und ich mehr oder wneiger gemeinsam darauf, dass wir vom OP das okay bekommen, dass wir dort erscheinen dürfen…
nach der OP dümpel ich noch im Aufwachraum herum (höchstwahrscheinlich – die sind sich nicht alle so einig…) und dann sollte ich so um 17-18 Uhr wieder wirklich unter den Menschen sein, so dass ich mich auch daran erinner, was ich so für Mist erzähle…

da wünscht man sich doch, dass man in der Zeit davor wenigstens weiss, dass man besser die Klappe hält…

Ein paar Bildchen

Posted: Januar 1, 2012 in Uncategorized

Soooo die sind jetzt alle so gar nicht geordnet – aber die meisten sind von der Streichaktion die ich mit meiner Schwester durchgeführt habe, von den ersten Nächten in der neuen Wohnung und unserer damaligen “Ausrüstung” oder aber von irgendwelchen Dingen die wir für ein Essen hier gemacht haben – keine Ahnung, warum die jetzt in diesem Ordner gelandet sind – eigentlich hab ich die Essens-Bilder in einem anderen Ordner – da ich mit meiner Schwester für unseren Vater eine Art “Koch und Rezepte-Blog” machen werde. Dort werden wir ihm immer wieder Rezepte zukommen lassen mit Schritt für Schritt anleitungen und hier und da Tipps, Tricks oder einfach getestete Abänderungen und unsere Meinung dazu.

Ich weiss Ich weiss ;)

Posted: Dezember 30, 2011 in Uncategorized

Ich weiss, ich weiss.. ich habe lange nicht wirklich was von mir hören lassen und war auch sonst eher ab als anwesend… nein eigentlich war ich ganz abwesend, mit kleinen Ausnahmen…

Von allen Seiten höre ich das, und ich muss zugeben, es ist so…

Einen wirklichen Grund gibt es dafür nicht…  Und doch mach ich das immer wieder…

Viele wollen wissen wie es mir so geht vor der OP und wie und was und wie lange…, damit ich das nicht jemandem schreibe und dann den restlichen nur noch kopiere, packe ich es gleich hier rauf, da kann es jeder lesen und jeder Fragen stellen. Wie immer gilt – absolut jede Frage ist erlaubt und ich werde niemandem wegen einer böse sein, letzten Endes ist es ja meine Entscheidung was ich beantworte und welche ich dezent zurückweise. Aber bisher waren das nicht viele!

Soo also mal sehen der Terminkalender sieht wie folgt aus:

3.Januar Morgens um 9 Uhr spätestens eintreten in die Klinik.

4.Januar Irgendwann die OP die einige Stunden dauert, je nachdem wie sich die OP Teams absprechen und wie alles halt klappt oder eben nicht…
Es sind zwei Teams – die einen sind eher fürs “ausweiden” zuständig also alle unnötigen inneren Organe raus und die anderen sind dann eher die äusserlichen “Fleischer” welche sich da zwei andere unnötige Päckchen vornehmen.

Danach ist es sehr individuel, der Arzt meinte aber die ersten gehen nach 3-5 Tagen nach Hause. Dort bleibt man dann nochmal 4-7 Wochen bevor man sich wieder so langsam und vorsichtig an die Arbeit macht, gerade in Jobs wo man Dinge hin und her packt und eben nicht den ganzen Tag sitzen kann, wird generell längere Zeit eingeplant.

Ich muss bei meinem Eintritt dann mal fragen wie es aussieht mit reisen, wenn die meinen dass das nicht nachteilig für die Genesung ist, dann wäre das ja mal nett, wenn ich noch ein bisschen Leute besuchen kann in der Zeit… aber mal abwarten.

Gestern wurde ich von der Psychotante freundlich gefragt ob wie ich denn vorgesorgt hätte für den Fall dass ich nicht mehr aufwache, da ja schliesslich bei jedem Eingriff Risiken bestehen…
Aber ganz ehrlich, ich schreibe auch nicht jedesmal mein Testament bevor ich über die Strasse gehe, und das beinhaltet ja auch eine gewisse Gefahr…

Ich sage nach wie vor, dass mir sowohl bei der ersten wie auch irgendwann bei der zweiten OP dieses Risiko bewusst ist, es sich aber in keinem Verhältniss befindet zu dem was die Operationen mir bringen werden. Lieber wache  ich nicht mehr auf, als dass ich so wie bisher weiter leben muss… so einfach ist das.
Aber ich habe keine Angst und das soll auch sonst niemand haben – es wird alles kommen wie es muss und bis es soweit ist werde ich den Löffel nicht abgeben. Ich hab nicht vor jetzt nach der Warterei und all den Terminen all dem Hinhalten einfach zu verschwinden ohne dass ich meine Belohnung bekommen habe.

Was sonst noch so passiert ist? Hmm mal sehn… der Umzug ist nun wirklich beendet, die alte Wohnung abgegeben und doch sind meine Schwester und ich schon wieder auf der Suche nach einer neuen… aber keine Angst die Adresse bleibt vorerst noch, da unser Mietvertrag noch mindestens bis September gilt.  Wenn wir aber dann umziehen, dann nur noch sie und ich – unser Bruderherz werden wir endgültig sich selbst überlassen, da er sich nach wie vor kein Stück gebesert hat – nein eher im Gegenteil, er verlässt das Haus nicht, sitzt die ganze Nacht und den halben Tag vor dem Computer, jedesmal wenn meine Schwester mal sein Zimmer betritt sieht er sich gerade eindeutige Filmchen an und mehr… warum kann man denn bitte nicht wenigstens abschliessen? Der Schlüssel ist ja vorhanden… Wann immer man auch die Küche betritt und etwas Kochen möchte ist bestimmt jede Ablage mit schmutzigem Geschirr überstappelt, da und dort bilden sich schon die ersten Schimmel und in seinem Zimmer sieht es kein Stück besser aus – manchmal hat er sogar Pfannen in seinem Zimmer, von denen er gar nichts mehr weiss, weil sie schon so lange da drin stehen und schimmeln…

Ich hab den Tattoo Gutschein eingelöst und es war mir so total egal, ob jetzt irgendwer meint dass Tattoos ja so scheisse sind!
Ich hab noch einige Bilder die ich später noch hier hinzufügen werde… einige sind auch von den allerersten Tagen in der neuen Wohnung als meine Schwester und ich noch dachten dass alles gut wird… tja da hat uns die Bruchbude ganz schön verarscht, aber egal, es gehört wohl einfach dazu, dass die erste eigene Wohnung ein einziger Flopp ist

In dem Sinne bis später ich muss jetzt eben mal weiterarbeiten.